SMS: Sport macht schlau!

LSB fordert Beteiligung der Vereine an Ganztagsschulen

 

von LSB-Direktor Norbert Skowronek: 205 Vereine kooperieren erfolgreich mit 332 Schulen.

 

Durch Parlamentsbeschluss wird es ab dem Schuljahr 2010/2011 in einer Vielzahl von Berliner Schulen den Ganztagsbetrieb geben. Dies betrifft ca. 130 integrierte Sekundarschulen, die Zusammenfassung von Haupt-, Gesamt- und Realschulen. Das ganze wird praktiziert als Aufwuchsverfahren, das heißt, beginnend ab dem neuen Schuljahr mit der 7. Klasse. Jedes Jahr kommt eine weitere Klasse hinzu. Damit werden diese Kinder mit einem entsprechenden Angebot bis 16 Uhr in der Schule betreut.

Haben die Schüler danach noch zeitliche Freiräume, um im Verein Sport treiben zu können? Wir meinen: Die Vereine sollten sich an der Nachmittagsbetreuung in den integrierten Sekundarschulen beteiligen, um den Kontakt zu den Schülern herzustellen und um mehr Bewegungsangebote in den Schulalltag einzubringen. Natürlich müssen die Vereine hierfür entschädigt werden.

Viele Studien belegen, dass die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen hat. Mit zunehmenden Einschränkungen in der Motorik und in der physischen Konstitution gehen Konzentrationsschwächen, Lernschwächen und Lernstörungen einher, was sich negativ auf die schulischen Leistungen  auswirkt.

Dem gegenüber zeigen die wissenschaftlichen Ergebnisse, dass hinreichend Bewegung und Sport günstige Einflüsse sowohl auf die physische als auch auf die psychosoziale  und kognitive Entwicklung ausüben. Kurzum: Sportlich Aktive sind erfolgreicher in Schule, Ausbildung und Beruf als ihre sportabstinenten Altersgenossen. Deshalb unsere Forderung: Sport muss zu einem integralen Bestandteil des nachmittäglichen Angebots an den Ganztagsschulen werden.

Welche Erfahrungen haben wir? Seit mehreren Jahren führen 205 Sportvereine und fünf Sportfachverbände Kooperationen mit inzwischen 332 Schulen durch. Die überwiegende Zahl sind Grundschulen (281). 450 qualifizierte Übungsleiter und Trainer sind in den Schulen tätig und erbringen pro Schuljahr rund 29.000 Doppelstunden in der Nachmittagsbetreuung. Diese Arbeitsgemeinschaften ergänzen und bereichern den unterrichtlichen Lernprozess und eröffnen neue und aufbauende Lern- und Erfahrungsfelder, wie die Cecilien-Schule in ihrem Internetauftritt schreibt. Diese Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf bietet für Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klasse Sportarbeitsgemeinschaften in verschiedenen Sportarten an und kooperiert mit drei Sportvereinen. Der PSV Olympia in Treptow-Köpenick hat Kooperationsbeziehungen zu 19 Schulen. Dabei betreut er seit mehren Jahren Arbeitsgemeinschaften in drei verschiedenen Sportarten.

Der LSB fordert analog dem Kooperationsprogramm für Schule und Sportverein, das für Grundschulen gilt, eine weitere Kooperationsvereinbarung für den Bereich der neuen integrierten Sekundarschulen.

Sport fördert Kontinuität, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, ist ein probates Mittel gegen Konzentrationsschwächen und Lernstörungen. Kurzum: SMS = Sport macht schlau! Deshalb fordert der LSB die angemessene Beteiligung der Sportorganisationen an der Ganztagsbetreuung in integrierten Sekundarschulen.

 

Nach oben   





© Landessportbund Berlin, 2010