Das Leben der Sportstätte Samariterstraße 19-20 begann sozusagen mit einer Sturzgeburt. Die Sportgemeinschaft Empor Brandenburger Tor als größter Sportverein in Friedrichshain musste Hals über Kopf sein langjähriges Domizil räumen. Insolventen hatten den Zuschlag für das alte Brauereigelände in der Pufendorfstraße erhalten, das in Jahrzehnten liebevoll zu einer vielseitigen Anlage ausgebaut worden war und seitdem leider zur Ruine verkommen war.
In der Samariterstraße 19-20, unweit der Frankfurter Allee, entstand um die Jahrtausendwende in großer Eile und dennoch wohl durchdacht ein neuer Sportkomplex. Er wurde finanziert mittels einer Mischform aus öffentlichen Geldern und privatem Kapital. Diese Variante wurde später von vielen Fachleuten als nachahmenswert bezeichnet.
In zwei Etagen des Hauses, das ansonsten über eine kommerziell genutzte Bowlingbahn und zahlreiche Büroräume verfügt, konnte sich EBT - wie die Kurzform des Vereins lautet - neu etablieren.
Die große durch absenkbare Lammellen teilbare 3-Felder-Halle, steht auch an den Wochenenden und in den Ferienzeiten praktisch rund um die Uhr zur Verfügung.
Die Duelle der Badminton-Extraklasse, in deren Bundesliga der Verein seit Jahren eine führende Rolle spielt, wechseln sich ab mit Punktspielen der Tischtennis-Kreisliga und Trainingstagen der Abteilungen und Breitensportgruppen für Fußball, Leichtathletik, Basketball, Turnen oder Volleyball. Sie stehen für die Grundorientierung der Sportgemeinschaft auf den Breitensport im Kiez.
In der ersten Etage befinden sich ein erstklassig gepflegter Billardraum, eine vielgerühmte und stets auf Hochglanz polierte Bohle-Kegelbahn sowie ein großzügiger Gymnastikraum einschließlich Kraftzentrum. Hinzu kommen das Sportbüro für den ehrenamtlich tätigen Vorstand mit anschließendem Clubraum. Von hier aus wird das weltberühmte Werner-Seelenbinder-Turnier der Handballjugend organisiert, das in diesem Jahr sein sage und schreibe fünfzigjähriges Jubiläum feiert.
Während sich das Vereinsleben nachmittags und abends abspielt, kommt vormittags der Schulsport mit 4 Grundschulen, 2 Gymnasien, 2 Realschulen sowie der Kindergartensport zu seinem Recht. Der reibungslose Ablauf des Sportbetriebs, an dem Woche für Woche rund 1000 Mitglieder und viele Schülerinnen und Schüler teilnehmen, wird begünstigt durch die eigenständige Schlüsselgewalt, die allen Abteilungen und 34 Sportgruppen übertragen wurde.
Diese kostengünstige Variante hat sich, nicht zuletzt dank der verantwortungsvollen Mitwirkung der Mitglieder, vollauf und ohne jeden Zwischenfall bewährt.
Die Samariterstraße 19-20 hat sich im Laufe der nunmehr zehnjährigen Existenz als Kraftzentrum des Sports bewährt, das für den Bezirk Friedrichshain -Kreuzberg unverzichtbar ist.