Zweifacher Weltmeister Diethard Finkelmann aus Berlin wird 85

Titelträger im Feldhandball und mit der Studenten-Auswahl in der Halle

Diethard Finkelmann, 68-facher Nationalspieler des Deutschen Handballbundes (DHB), feiert am Mittwoch, dem 15. Juli 2026, seinen 85. Geburtstag. Der gebürtige Potsdamer ist zweifacher Handball-Weltmeister: Mit der Studenten-Auswahl des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) wurde „Finky“ im Januar 1965 in Madrid Weltmeister im Hallenhandball und im Juli 1966 dann Weltmeister im Feldhandball mit der DHB-Auswahl vor 10.000 Zuschauern in Linz (Österreich).

Damit ist der pensionierte Studiendirektor für Sport und Mathematik aus Berlin-Tegel der einzige „Weltmeister weltweit“ mit dieser besonderen Titel-Kombination. Der Jubilar darf den Feldhandball-Titel sogar „ewig“ tragen – denn: Die VII. Weltmeisterschaft im Feldhandball 1966 war damals zugleich die letzte draußen auf dem Fußballfeld. Wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag hatte sich dieser Titelgewinn zum 60. Male gejährt. Zu seinen Weltmeisterschafts-Kollege gehörten damals Herbert Lübking (84) und Josef Karrer (87) vom TV Großwallstadt als erfolgreichste Torschützen.

Diethard Finkelmann kam zusammen mit seinem jüngeren Bruder Detlef (83) über das Kinderturnen zum Handball bei den Reinickendorfer Füchsen Berlin (heute Füchse Berlin), blickt auf eine „ungezählte Anzahl“ von Handballspielen zurück und gehörte am Kreis zum Stammpersonal während seiner Karriere in der Bundesliga, die ihn später für eine Saison zum Hamburger SV führte. Danach engagierte er sich in der Nachwuchsarbeit und als Trainer der Frauen-Mannschaft bei den Füchsen: Hier gehörte Tochter Anja zum Stammpersonal in der Bundesliga, während Tochter Britt dreimal in Folge Dritte der Deutschen Meisterschaften im Ju-Jutsu war. Beide Elternteile waren übrigens „in jungen Jahren“ auch Deutsche Hochschulmeister mit der FU Berlin; Mutter Ingrid (83) allerdings im Basketball. 

Diethard Finkelmann gehörte 1972 zum Aufgebot des DHB bei den Olympischen Spielen in München, wo der Hallenhandball seine Premiere hatte und das DHB-Team von Bundestrainer Werner Vick (1920-2000) Rang sechs belegte. Zwei Jahre davor bei der Weltmeisterschaft in Frankreich kam die DHB-Auswahl mit Diethard Finkelmann auf Platz fünf. Zur Titelsammlung von „Finky“ gehört neben dem Gewinn der Studenten-Weltmeisterschaft 1965 auch noch der Vize-Titel bei den ersten studentischen Titelkämpfen 1963 mit dem adh in Schweden – bei beiden WM dabei war übrigens auch der ältere Bruder von Heiner Brand: Klaus Brand (84) vom VfL Gummersbach, eingeschrieben an der Deutschen Sporthochschule Köln; ferner („Sir“) Rüdiger-Felix Schmacke (85, damals Sportstudent an der Uni Göttingen) und 30-facher DHB-Nationalspieler, seinerzeit aktiv für den TSV Rintheim. Trainiert wurde die Studentenmannschaft vom späteren DHB-Bundestrainer Horst Käsler (1926-1987), dem Sportdidaktik-Professor der Pädagogischen Hochschule Berlin im Stadtteil Lankwitz bzw. später an der FU Berlin in Dahlem. 

Seit Oktober 2013 ist der Jubilar „Gründungsmitglied“ in der „Füchse-Legendengalerie“ seines Heimatvereins Füchse Berlin an prominenter Stelle in der Max-Schmeling-Halle. Diethard Finkelmann will sich auch im neuen Lebensjahr weiterhin mit Radfahren, Golf und Tennis fit halten.  

Prof. Dr. Detlef Kuhlmann

Foto: privat