Das olympische Gefühl würde Berlin guttun

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Lara Kube hat mit einer Delegation der Sportjugend Berlin die Olympischen Winterspiele 2026 besucht. Sie ist außerdem Vertrauensperson für die Volksinitiative „Die Spiele für Berlin“. Im Interview spricht sie über ihre Erlebnisse und was sie dabei empfunden hat.

Mit welchen Erwartungen bist du zu den Olympischen Winterspielen gereist – und wurden sie erfüllt?

Ich habe mir vor allem erhofft, dass ich in dieser einen Woche, in der wir da waren, möglichst viele neue liebe Menschen kennenlernen darf – und das habe ich auf jeden Fall. Außerdem war ich, nachdem ich in Paris 2024 bereits das olympische Gefühl spüren durfte, sehr gespannt, ob das dieses Jahr bei den Winterspielen wieder auftauchen wird – und das tat es.

Welcher Moment vor Ort hat dich persönlich am meisten beeindruckt oder berührt?

Es war eine Woche geprägt mit vielen beeindruckenden und rührenden Momenten. Aber Gänsehaut bekommen habe ich beim Skispringen Mixed,  als alle deutschen Fans – es waren echt viele – in dem Moment, als ein Deutscher gesprungen ist, lautstark „Ziehhhh“ gerufen haben und man dort einfach total den Support untereinander gespürt hat – egal, ob Fan oder Athlet*in.

Hast du eine neue Sportart für dich entdeckt?

Wir haben einen Kurs im Skilanglauf gemacht. Ich bin davor noch nie Ski gefahren – ich fahre Snowboard – und war deswegen gespannt, wie gut es funktionieren wird. Aber es lief sehr schnell sehr gut und mein Freund, dem ich sofort am Telefon erzählt habe, wie viel Spaß ich dabei hatte, hat sofort nachgeschaut, wo man das halbwegs in der Nähe Berlins machen kann.

Was hat die Delegation der Sportjugend Berlin außerdem bei den Spielen erlebt?

Wir waren bei drei Wettkämpfen: beim Skispringen Mixed, bei der Nordischen Kombination und beim 10-Kilometer-Langlauf der Männer. Außerdem hatten wir zwei Seminartage, an denen sich die Freiwilligendienstleistenden unter anderem mit der Bewerbung Berlins als Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036/40/44 beschäftigt haben. Dabei sind sehr spannende Gespräche entstanden. Und wir hatten einen gemeinsamen Spieleabend, waren jeden Tag mindestens einmal Pizza essen und haben viel Kaffee getrunken :)

Welche Impulse hast du bzw. habt ihr aus dem Austausch und den Seminaren mitgenommen?

Die Freiwilligendienstleistenden haben sehr großes Interesse gezeigt und sich aktiv in den Seminaren eingebracht. Es wurden persönliche Erfahrungen, aber auch Wünsche geäußert und alle haben versprochen: Wenn die Spiele 2036, 2040 oder 2044 nach Berlin kommen, engagieren wir uns ehrenamtlich.

Auch spannend: Beim Skispringen Mixed hatte uns ein älterer Herr aus Baden-Württemberg die genauen Regeln erklärt. Dabei stellte sich heraus, dass er die Bewerbung Berlins unterstützt. Es wurde ein nettes Gespräch.

Was hat dich an der Organisation und Atmosphäre der Spiele besonders überzeugt?

Ich fand sehr auffällig, dass die zahlreichen Volunteers immer sehr positiv gestimmt waren – ihre Lust auf die Zeit war ihnen anzumerken. Sie waren immer offen für Gespräche und konnten einem in jeder Situation weiterhelfen. Auch die „Olympics“-App mit wirklich allen Infos über die Spiele kam bei uns sehr oft zum Einsatz.

Welche Aspekte dieser Winterspiele könnten aus deiner Sicht Vorbild für eine mögliche Bewerbung Berlins sein?

Da sich Berlin für die Sommerspiele bewirbt, ist es schwer, Vergleiche zu ziehen. Aber Berlin kann auf jeden Fall von der Atmosphäre lernen. Zudem wurden die Volunteers immer respektvoll behandelt und das Gemeinschaftsgefühl unter den Menschen war durchgehend zu spüren.

Welche Rolle kann die Sportjugend bei einer Berliner Olympiabewerbung spielen?

Die Sportjugend steht im direkten Kontakt mit vielen jungen, sportbegeisterten und ehrenamtlich tätigen Menschen dieser Stadt. Diese Nähe können wir nutzen, um auch die jungen Stimmen Berlins laut hörbar zu machen und die Meinungen aller einzuholen, damit wir die Spiele für die Kinder und jungen Erwachsenen in unsere Stadt holen.

Hat die Reise deine Haltung zu einer Bewerbung Berlins verändert oder bestärkt?

Nicht verändert, aber auf jeden Fall bestärkt. Dieses olympische Gefühl, das einen verzaubert, würde Berlin als Stadtgesellschaft sehr guttun.

Welche Botschaft möchtest du den jungen Sportlerinnen und Sportlern in Berlin mit Blick auf Olympia mitgeben?

Olympia ist – egal, ob als Athlet*in oder als zuschauende Person – ein unfassbar großartiges Sportevent, das alle Menschen aus der ganzen Welt verbindet. Ich selbst merke es bei mir, wenn ich im Verein Sport treibe, wie der Sport die Menschen zusammenbringt. Nun stellt euch vor, dass das Gefühl in der ganzen Stadt zu spüren ist. Mit Millionen anderen Menschen. In dieser Zeit wird der Sport in einer ganzen Stadt zelebriert. In unserer Stadt. Aber noch wichtiger für uns: Wir profitieren auch im Training davon, da die Sportinfrastruktur verbessert wird – so können wir auch langfristig von den Spielen profitieren.

Foto: Lara Kube (2.v.r.)