„Ein Verein ist wie eine Firma, um die man sich kümmern muss“

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LSB-Schulung „Fit für den Vorstand“ und warum Teilnehmende sagen: „Fortbildung lohnt sich immer.“

Fit für den Vereinsvorstand zu sein – dafür gibt es viele Möglichkeiten: Die wichtigsten Infos stehen auf der LSB-Homepage. Aktuelle Infos liefert der Präsidenten-Newsletter. (Anmeldemöglichkeit auf der Startseite der LSB-Homepage) Und das LSB-Kompetenzzentrum für Vereins- und Verbandsentwicklung hilft auch gern weiter (Tel. +49 30 300 02 – 100). Doch im Online-Zeitalter sind auch Präsenzveranstaltungen sehr populär – für den direkten Wissensaustausch und die Interaktion zwischen Teilnehmenden und Dozent*innen. Fragen können sofort geklärt und Netzwerke erweitert werden. So müssen auch Jannic Bährens vom FC Internationale 1980 e. V. und Steffen Wagner vom Schwimmverein Sport-Club Welle denken. Sonst hätten sie sich nicht für die „Fit für den Vorstand“-Schulung des LSB angemeldet.

Der FC Internationale war bei der Veranstaltung in der Gerhard-Schlegel-Sportschule sogar zu viert vertreten, wie Jannic Bährens berichtet. „Es sind jetzt einige jüngere Mitglieder im Vorstand. Wir haben uns entschlossen, zusammen hinzugehen.“ Der 32-Jährige spielt schon viele Jahre Fußball im Verein, ist seit April letzten Jahres im Vorstand und für „Juristische Belange“ zuständig. Er bringt viel Wissen und Erfahrung aus seiner Arbeit als Rechtsanwalt mit. Trotzdem ist er „immer offen für Neues“, sagt er. Der „Rundumschlag“ der angekündigten Themen hatte ihn interessiert und die Möglichkeit, „sich mal andere Anhaltspunkte zu holen“. Zum Beispiel über rechtliche und finanzielle Fragen sowie über Haftung und Versicherung – Jens Krüger, LSB-Bereichsleiter Finanzen und Service, informierte darüber, was Vorstände in diesen Bereichen wissen müssen. Über interne und externe Kommunikation sprach Dr. Christian Haberecht, LSB-Bereichsleiter Sport.

„Ich hatte das Gefühl, da vermittelt mir jemand Spaß an der ehrenamtlichen Vorstandsarbeit und motiviert mich, das finde ich wichtig“, berichtet Jannic Bährens. „Da hat jemand gesprochen, der selbst mal in einem Vereinsvorstand war und Ahnung davon hat, sich inhaltlich mit den Themen verbunden fühlt. Das ist cool.“

Jannic Bährens hat nach dem dreistündigen Abend keine To-Do-Liste mit nach Hause genommen. Er hat zugehört und verglichen: Was wird gesagt und wie läuft es in meinem Verein. Als Beispiel nennt er die Gewinnung von Ehrenamtlichen: „Da gibt es bei uns noch Potential. Wie das Thema angegangen wird. Systematisch. Mehr Personen im Vorstand. Kleinere Aufgabenpakete, um nicht das Gefühl zu vermitteln, es kommt eine Riesenverantwortung auf einen zu.“ Es sei hilfreich für ihn, zu hören, wie es woanders läuft. Jannic Bährens fühlte sich durch vieles, was an diesem Abend gesagt wurde, bestärkt darin, was er ehrenamtlich macht: „Ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es wurde über viele Themen gesprochen, die ich selbst schon beobachtet habe oder kenne.“ Bei Themen, die keinen konkreten Bezug zu seiner eigenen Vorstandsfunktion hatten, wie steuerliche Fragen, kann er jetzt „ein Auge draufwerfen“, wie er sagt.

„Fit für den Vorstand“ – ein Info-Abend für alle, die neu im Vereinsvorstand sind oder ein Amt übernehmen wollen – spricht mit den Themen Haftung, Vereinsrecht und Vereinsmanagement aber auch Vereinsvertretende an, die schon Erfahrung haben. Wie Steffen Wagner. Der Professor an der Berliner Hochschule für Technik ist seit März 2025 der 1. Vorsitzende des Schwimmvereins Sport-Club Welle. Schon zuvor hat sich er in seinem Verein engagiert, war Jugendwart und 2. Vorsitzender. Aber mit der neuen Funktion spürt er eine weitergehende Verantwortung. „Es ist wie ein kleiner Nebenjob“, so der 50-Jährige, „wie eine kleine Firma, um die man sich kümmern muss. Die Zeit ist knapp und man möchte alles möglichst gut und effizient machen. Da ist es immer gut, wenn man die Fallstricke kennt und weiß, welche Fehler man vermeiden sollte. Fortbildung schadet nie.“ Ihm kommt vieles bekannt vor. Trotzdem nimmt er Anregungen mit. „Das Thema Kommunikation – das hat Dimensionen, die man nicht immer unbedingt auf dem Schirm hat. Wie funktioniert gute Kommunikation in der Vorstandsarbeit und mit den Vereinsmitgliedern. Was sind der richtige Umfang und eine passende Ansprache, um Vereinsmitglieder zur aktiven Mitarbeit zu motivieren.“ Deshalb fühlte er sich angesprochen, als es um die Gewinnung von Ehrenamtlichen geht. „Nicht alles selbst machen, sondern Aufgaben abgeben und Mitglieder in kleinen Schritten zur Mitarbeit gewinnen – dieses Konzept explizit zu nennen, war sehr hilfreich“, sagt er klar. Wegen seiner langjährigen Erfahrungen und seines gesammelten Wissens hatte er bestimmte Erwartungen an die Schulung. Er weiß, dass der Zeitrahmen einer dreistündigen Abendveranstaltung begrenzt ist: Trotzdem hätte er sich vor allem eine kurze Liste mit den wichtigsten Punkten für eine gute Vereinsführung unter finanziellen Gesichtspunkten und mehr Informationen über die neue D&O-Versicherung (Directors & Officers) für Berliner Sportvereine gewünscht. Beides kommt auf die Tagesordnung der nächsten Schulung – so viel vorweg.

„Die Schulung war ein „Abriss über die Vereinsarbeit – ohne Anspruch auf Vollständigkeit“, so das Fazit von Jannic Bährens. „Sie vermittelt eine konkrete Vorstellung davon, was Vorstandstätigkeit bedeutet. Es gibt immer Neuerungen und es kann nie schaden, offen für Entwicklungen und Ideen zu sein.“

Nach Voranmeldung werden bei der Veranstaltung Dolmetschende für Deutsche Gebärdensprache und Deutsche Lautsprache anwesend sein. 

Angela Baufeld

Auf dem Foto: Jannic Bährens vom FC Internationale 1980 e. V.

Die nächste „Fit für den Vorstand“-Schulung findet am 16. November 2026 statt. Hier geht es zur Anmeldung.