„Kann ich mich jetzt umziehen?“

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Arkhyp Polovynkin vom Judoverein SFK ShidoSha startet bei den Jugendfinals am 13. und 14. Juni im Sportforum Berlin – parallel findet dort das große LSB-Familiensportfest statt

Arkhyp Polovynkin (11 Jahre) ist gern zu einem Interview bereit – kurz vorm Training. Aber nach jedem zweiten Satz fragt er ein bisschen ungeduldig: „Kann ich mich jetzt umziehen?“ Er kann das Training kaum erwarten. Judo ist seine Leidenschaft. Viermal in der Woche fährt er mit Fahrrad oder mit dem Bus zum Askanierring in Spandau, wo er im Verein SFK ShidoSha trainiert. Hinzu kommen die Turniere am Wochenende, mindestens einmal im Monat. Daher kennt er das Sportforum Berlin in Hohenschönhausen. Dort startet er am kommenden Wochenende bei den Berliner Meisterschaften – sie finden parallel mit dem großen LSB-Familiensportfest statt, wo sich 60 Sportverbände, -vereine und Organisationen vorstellen und zu über 100 Mitmachaktionen einladen.

Arkhyp Polovynkin trainiert Judo seit vier Jahren. Damals kam er mit seinen Eltern aus der Ukraine nach Berlin und entdeckte die Kampfsportart für sich, die auch sein Vater betreibt. „Ich wollte Judo ausprobieren, es hat mir gleich gefallen“, berichtet er. „Wenn man wirft – das ist Kunst, das sieht richtig schön aus“, schwärmt er. „Ich fühle mich aufgeregt dabei“, erzählt er weiter. Zwischendurch wieder die Frage: „Kann ich mich jetzt umziehen?“

Er hat inzwischen nicht nur erste sportliche Erfolge erzielt, wurde dreimal Berliner Meister und Dritter bei einem internationalen Turnier in Polen. Er hat auch im Verein Freunde gefunden und sein Deutsch aus der Schule, wo Mathe sein Lieblingsfach ist, stark verbessert.

Er weiß, was er will: „Ich will mal Europa- und Weltmeister werden und den schwarzen Gürtel haben.“ Jetzt trägt er den grün-orangenen. „Diesen Sommer mach ich den grünen Gürtel“, ist er sich sicher. „Kann ich mich jetzt umziehen?“ Er flitzt los.

Angela Baufeld