„Leistung, die messbar ist“

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Dietrich Gohmert, 91, hat schon 60 Sportabzeichen

Das Deutsche Sportabzeichen gibt es schon seit mehr als 100 Jahren und es ist immer noch attraktiv, wie die Zahlen zeigen. Allein im letzten Jahr haben 15.939 Berliner*innen die Bedingungen erfüllt – davon 13.291 Kinder und Jugendliche. Viele Berliner*innen haben es schon zum 25., 30., 35., 40., 45., 50., 55., 60. oder 65. Mal erworben. Der LSB hat sie traditionell mit Ehrengaben gewürdigt – 53 waren es bei der diesjährigen Feier im Manfred von Richthofen-Haus. Mit dabei Dietrich Gohmert. Der 91-Jährige wurde für sein 60. Sportabzeichen ausgezeichnet.

Herr Gohmert, wie fühlten Sie sich als Träger von 60 Sportabzeichen?

Es ist eine Ehre und ein gutes Gefühl, was man mit Ehrgeiz erreichen kann. Ich bin sehr stolz, es wieder gepackt zu haben. Es ist so etwas wie Olympia des kleinen Mannes.

Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Sportabzeichen?

Die DLRG bildete im alten Stadtbad in der Clayallee aus und ein Schwimmmeister hat mich überredet. Die Bedingungen waren damals 100 und 300 Meter schwimmen, 400 Meter Lauf und über 1,35 Meter Hochsprung oder ein Hechtsprung über das 1,35 Meter hohe Langpferd mit Bewertung der Haltung.

Was hat Sie motiviert, jedes Jahr ununterbrochen das Sportabzeichen zu absolvieren?

Die Freude, eine Leistung zu erbringen, die messbar ist und auch noch belohnt wird.

Schwimmen macht Ihnen als ehemaliger Rettungsschwimmer-Ausbilder wahrscheinlich am meisten Spaß?

Ja. Zumal ich aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile das Sportabzeichen unter Bedingungen für Menschen mit Behinderungen erfüllen muss. Da entfallen die Sprung- und Sprintübungen.

Wie halten Sie sich fit?

Einmal in der Woche Wassergymnastik und einmal ein Fitnessprogramm für ältere Menschen im Behinderten Sportverein Zehlendorf. Hinzu kommt Krankengymnastik nach einer Schulterruptur. Der langsame Gang zur U-Bahn ist dann der Spaziergang.

Haben Sie jemals ans Aufhören gedacht?

Nein, es ging immer weiter.

Konnten Sie schon andere Menschen mit dem Sportabzeichen-Fieber anstecken? Familie, Freunde?

Ja, mein Enkel hat auch schon die zehnte Urkunde als Erwachsener und selbstverständlich alle Jugendsportabzeichen. Als langjähriger Prüfer für Sportabzeichen beobachte ich ständig mein Umfeld und werbe dafür. So ist auch unser Verein oftmals Sieger im Sportabzeichen-Wettbewerb in der Kategorie der Behinderten-Sportvereine.

Haben Sie in diesem Jahr schon mit dem 61. Sportabzeichen begonnen?

Nein. Aber ich werde es wieder versuchen und hoffentlich schaffen. Denn wenn ich Sportabzeichen-Prüfungen abnehme, kommt die Lust.

Interview: Angela Baufeld