LSB Berlin bedauert Rückzug der Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele

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LSB-Präsident Thomas Härtel fordert konsequente Umsetzung des Abgeordnetenhaus-Beschlusses zur Förderung des Sport

Berlin kann Olympische und Paralympische Spiele. Als es um einen neuen Anlauf für eine Bewerbung aus Deutschland ging, hat der Landessportbund Berlin darin sofort die großen Chancen für unsere Stadt gesehen, für den Sport mit seinen Menschen, Vereinen und Verbänden, und nicht zuletzt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit vielen Veranstaltungen, Aktionen und vor allem der erfolgreichen Volksinitiative „Die Spiele für Berlin“ hat der LSB die Bewerbung daher mitgetragen. LSB-Präsident Thomas Härtel sagt: „Nicht nur wir als LSB, sondern auch so viele Verbände, Vereine, Athlet*innen und interessierte Bürger*innen haben mit großer Leidenschaft und Energie für diese Bewerbung gearbeitet und sich eingebracht. Unser Motto ‚Gebt die Spiele den Kindern‘ kam bestens an und wirkte als zusätzliche Motivation. Umso mehr bedauern wir nun das Ende der Berliner Bewerbung. Einerseits sind wir enttäuscht und gleichzeitig dankbar für all das Engagement, für die Unterstützung aus dem Berliner Sport und der Bevölkerung und viele Ideen, von denen hoffentlich viele auch ohne die Bewerbung umgesetzt werden.“  

In all unseren Gesprächen mit Vertreter*innen der Spitzenverbände haben wir viel Vertrauen wahrgenommen. Und Einigkeit herrschte auch darüber, dass Berlin im internationalen Wettbewerb die größte Strahlkraft und die besten Chancen hätte. Das Damoklesschwert über der Berliner Bewerbung wurde in den Gesprächen ebenso klar wie im Evaluierungsbericht des DOSB: Die Zuversicht in eine 100prozentige Unterstützung aus der Politik, die für eine erfolgreiche Bewerbung notwendig ist, fehlte.

Die Unterstützung für die Bewerbung im Berliner Sport ist vorhanden, auch für eine Bewerbung Deutschlands, egal, ob nun mit München oder Köln/Rhein-Ruhr. Fast 30.000 Stimmen wurden bei der LSB-Volksinitiative gesammelt, der Profisport hat sich ebenso wie die Berliner Sportverbände hinter die Bewerbung gestellt. Auch die Erklärung von 132 Unternehmen, Institutionen und Verbänden hat gezeigt, wie sehr sich Hundertausende von Menschen für die Bewerbung engagiert haben.

Sie alle haben großen Sportsgeist gezeigt, auf Plätzen, auf Straßen, in Hallen und auch in Büros für ihr großes Ziel, die Spiele in Berlin erleben zu dürfen, gekämpft. All diesen Menschen, die den Sport lieben, die mit dem Sport auch Gemeinschaft erleben und gestalten möchten, dankt der LSB Berlin für ihren leidenschaftlichen Einsatz.

Das Land Berlin stellt das Konzept BERLIN+ am Samstag bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden nicht mehr zur Abstimmung. Der LSB Berlin ist der festen Überzeugung, dass ein Spiel erst dann endet, wenn es abgepfiffen ist. Ein Wesensmerkmal des Sports ist der faire Wettbewerb. Dazu gehört auch, anzutreten, wenn man von vornherein weiß, nicht gewinnen zu können. Schließlich haben Trainer*innen und ganz viele Unterstützer mitgeholfen, das Finale zu erreichen. Die erste Bewerbungsphase endet am Samstag in Baden-Baden mit der Entscheidung für den deutschen Bewerber. Von Beginn an war es für den LSB Berlin auch immer vorranging eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele. Weil ganz Deutschland mit der Bewerbung gewinnen wird.

Das Konzept Berlin+ bindet nicht nur die ostdeutschen Bundesländer ein. Inklusion und die Förderung von Kindern und Jugendlichen spielen darin eine Hauptrolle. Der Punkt Nachhaltigkeit wurde vom DOSB ebenso ausgesprochen positiv bewertet wie in den Konzepten von Köln/Rhein-Ruhr und München.

Bereits in der Bewerbungsphase wurden viele positive Entwicklungen für den Sport und damit für die Gemeinschaft der Berliner*innen angestoßen. Der Beschluss des Abgeordnetenhaues zur Förderung des Sports, der in Folge der Volksinitiative des LSB gefasst wurde, hat auch für die kommende Legislaturperiode Bestand.

Der LSB fordert eine konsequente Umsetzung der Inhalte des Beschlusses: den Sport in Berlin für alle gesellschaftlichen Gruppen zu fördern und für Kinder in den Schulen ein tägliches Sportangebot anzubieten, der Sanierung und dem Neubau von Sportstätten und Schwimmbädern in Berlin hohe Priorität und finanzielle Absicherung zu gewährleisten und die Einrichtung eines Fonds, der direkt in den Breitensport investiert, und ehrenamtliches Engagement im Sport und über den Sport hinaus zu erleichtern.

Auch der Senatsbeschluss zur Zukunftsagenda  "Die Kinder gewinnen mit Olympia und den Paralympics" ist als Folge der Bewerbung zu sehen. Dadurch wird der Sportunterricht stärker im Gesamtschullalltag verankert, die Schwimmausbildung verbessert und dafür Sorge getragen, dass alle Schulen Berlin binnen drei Jahren mindestens einen Kooperationspartner aus dem organisierten Sport aufweisen.

LSB-Präsident Härtel: „Wir erwarten von einer künftigen Regierung, sich im Sinne der Entschließung des Abgeordnetenhauses konsequent für die sportpolitischen Forderungen einzusetzen. Wir wollen eine bewegte Stadt, die über alle Generationen hinweg ein verlässliches Bewegungs-und Sportangebot für alle bietet! Und uns treibt die Hoffnung, dass eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland auch für Berlin eine große Chance bleibt. Für unsere Kinder und Jugendliche, für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der dringender denn je ist!“