LSB Berlin unterschreibt Charta für geschlechtliche Vielfalt

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Pride-Flagge weht am Manfred von Richthofen-Haus 

Mit der Unterzeichnung der Charta für geschlechtliche Vielfalt im Sport hat der Landessportbund Berlin sein Engagement für einen Sport für alle unterstrichen. LSB-Präsident Thomas Härtel unterzeichnete die Charta gemeinsam mit Vertreter*innen des LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg, vom Sportverein Seitenwechsel sowie zahlreichen weiteren Vereinen und Engagierten aus dem Berliner Sport. Zudem wurde traditionell die Pride-Flagge auf dem LSB-Gelände unmittelbar am Olympiastadion Berlin gehisst. Für geschlechtliche Vielfalt einzustehen, ist für den Landessportbund Bekenntnis und Verpflichtung zugleich.

„Der Sport sollte frei von Diskriminierung sein, das bedeutet auch, dass alle Geschlechtsidentitäten diskriminierungsfrei Sport treiben können. Dafür setzt sich der LSB Berlin ein und wir freuen uns, dies im Team mit anderen tun zu können – jetzt auch mit dem Sportverein Seitenwechsel und mit der Charta als Aufgabe und Anleitung“, sagt LSB-Präsident Thomas Härtel. „Auch bei der Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele geht es um Vielfalt, deshalb gehört der LSVD auch von Anfang an dem Kuratorium der Bewerbung an.“  

Conny-Hendrik Schälicke, Vorstand von Seitenwechsel - Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen e. V., erklärt: „Wir begrüßen die Unterzeichnung der Charta durch den Landessportbund Berlin ausdrücklich. Der Berliner Sport setzt damit ein wichtiges Zeichen für Respekt, Teilhabe und Vielfalt. Die Charta ist für uns zugleich ein Auftrag, Sportstrukturen weiterzuentwickeln und allen Menschen einen diskriminierungsfreien Zugang zum Sport zu ermöglichen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem LSB Berlin und seinen Mitgliedsorganisationen.“

Für Martin Martinez Muñoz, Projektleitung bei Seitenwechsel, ist klar: „Die Unterzeichnung der Charta durch den LSB Berlin ist ein wichtiger Schritt für die Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt im Sport. Entscheidend ist nun, die bestehenden Angebote des LSB – wie Qualifizierung und Beratung – in den Vereinen und Verbänden noch stärker bekannt zu machen. Wir hoffen, dass sich weitere Sportorganisationen nun ermutigt fühlen, sich ebenfalls für geschlechtliche Vielfalt einzusetzen.“

Ein weithin sichtbares Zeichen ist auch die Pride-Flagge am Manfred von Richthofen-Haus. Sie ist Symbol für die Anerkennung und gleichberechtigte Teilhabe queerer Menschen im organisierten Sport. Der LSB Berlin und der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg arbeiten seit vielen Jahren zusammen und sind seit 2022 Kooperationspartner.

Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg, sagt: „In Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit ist es äußert erfreulich, auf den LSB Berlin als starken Partner im Sport zählen zu können. Gemeinsam arbeiten wir im Rahmen unserer Kooperation daran, die Teilhabe queerer und insbesondere trans*, inter* und nicht-binärer Menschen am Sport zu sichern und zu erweitern." 

Kirsten Ulrich, LSB-Vizepräsidentin für Inklusion, Vielfalt und Gleichstellung im Sport: „Sportvereine und Sportverbände verstehen sich als Heimat. Heimat muss man gestalten. Die Charta bietet mit ihren Wissensbausteinen eine Orientierung, wie Vereine zur Heimat für alle Menschen werden. Der LSB versteht sich als Teil einer offenen Gesellschaft, die durch Respekt und Toleranz geprägt ist. Dafür setzen wir uns mit unseren Partnern mit aller Kraft ein und setzen Zeichen, so wie mit der Pride-Fahne an unserem Haus.“

Alice Drouin, Kompetenz- und Koordinierungsstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Sport beim LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg: „Selbstverpflichtung zu Vielfalt geht mit Verantwortungsübernahme einher. Das versteht der LSB Berlin und prüft, inwiefern er Vielfalt in ihren verschiedenen Dimensionen intern fördern kann. Als gutes Beispiel dafür starten wir in diesem Jahr eine Schulung der LSB-Mitarbeitenden in ihren jeweiligen Teams zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Sport. Damit ist klar: Commitment zu Vielfalt hört nicht bei der Flaggenhissung oder der Unterzeichnung der Charta auf, sondern fängt erst damit an."

Jenny Wilken, Referentin dgti: „Heute hissen wir beim LSB die Regenbogenflagge als Zeichen des Respekts und als klares Statement für Vielfalt im Sport. Queere Menschen, insbesondere auch trans* Personen gehören selbstverständlich mit dazu. Es gibt keine belastbare Evidenz für einen generellen sportlichen Vorteil von trans* Frauen im Breitensport. Das wird bei der Debatte um die Teilhabe von trans* Personen im Sport ausgeblendet. Pauschale Ausschlüsse hingegen treffen eine ohnehin kleine und besonders vulnerable Gruppe und stehen im Widerspruch zu den Grundwerten des Sports: Teilhabe, Fairness, Respekt und Chancengleichheit.“