Berlins Bürger*innen haben dem Berliner Abgeordnetenhaus zum Jahresbeginn einen klaren Auftrag erteilt. „Unsere Volksinitiative haben rund 28.000 Menschen unterschrieben. Das sind 28.000 Aufträge an die Abgeordneten, sich mit den Forderungen der Volksinitiative zu befassen. Konkret bedeutet dies, mit einer Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele ein tägliches Sportangebot in Berlins Schulen einzurichten sowie Sanierung und Neubau von Sportanlagen voranzutreiben. Und wenn wir sagen, dass mit der Bewerbung Grundlagen einer bewegten Stadt für die nächsten Generationen gelegt werden, dann brauchen wir für die Sportvereine auch eine weitere Entlastung des Ehrenamts“, sagt LSB-Präsident Thomas Härtel.
Am Montag übergab Thomas Härtel gemeinsam mit den Vertrauenspersonen der Volksinitiative Lara Kube, Britta Steffen, Elena Semechin und Kaweh Niroomand die Unterschriftenlisten an Dennis Buchner, Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses. „Über 20.000 Berlinerinnen und Berliner haben mit ihrer persönlichen Unterschrift deutlich gemacht, dass sie Olympische und Paralympische Spiele in ihrer Heimatstadt erleben wollen. Das ist ein ermutigendes Zeichen, auch hier Begeisterung zu entfachen und wie London und Paris die Chance für eine gute Entwicklung der Stadt und des Sports zu nutzen“, sagt Dennis Buchner.
„Die Volksinitiative hat gerade in den letzten Wochen des vergangenen Jahres gezeigt, dass eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele auch in Berlin eine breite Unterstützung findet. In den kommenden Wochen werden wir nun die Berlinerinnen und Berliner mit unseren Beteiligungsformaten in den weiteren Prozess intensiv einbinden und im Team mit ihnen gemeinsam das Konzept bis zur Abgabe an den DOSB im Sommer verfeinern“, sagt Kaweh Niroomand, der Olympiabeauftragte des Berliner Senats.
Britta Steffen, Doppel-Olympiasiegerin 2008 in Peking, erklärt: „Olympische und Paralympische Spiele sind ein extrem motivierendes Ziel. Man nimmt so vieles mit für sein späteres Leben. Wie motiviere ich mich, wie meistere ich Drucksituationen, wie gehe ich mit Erfolg um, wie mit Rückschlägen. Das Gefühl während der Spiele ist einzigartig. Das wünsche ich mir für Berlin. Auch weil ich zwei Kinder habe. Sport, Bewegung, ist wichtig im Leben und sollte uns bis ins hohe Alter begleiten.“
Elena Semechin, Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics in Tokio und Paris, sagt: "Die Paralympics mit ihren zutiefst menschlichen Geschichten inspirieren jedes Mal aufs Neue überall auf der Welt. Wie großartig wäre es, diese Wirkung noch zu steigern, indem die Spiele bei uns in Deutschland, bei uns in Berlin stattfinden! Das würde der Inklusion einen enormen Schub geben. Dadurch könnten noch mehr Menschen, egal mit welchen Voraussetzungen, ihr Leben durch Sport bereichern."
Und für Lara Kube, Berliner Volleyball-Meisterin mit dem TSV Rudow und dem Berlin Brandenburgischen Sport Club, dreimal in Folge MVP bei den Berliner Meisterschaften gewählt und ehemalige FSJlerin, ist klar: "Ich habe Leistungssport betrieben und war im Olympischen Jugendlager in Paris. Weil Sport mir und anderen Freude bringt und Gemeinschaft schafft, engagiere ich mich ehrenamtlich. Olympische und Paralympische Spiele sind mehr als kurzes Event. Wir diskutieren im Vorfeld, wie wir unsere Gesellschaft gestalten können durch und mit Sport. Es werden Projekte initiiert, die nachwirken. Es liegt an uns, wie wir die Zeit vor den Spielen nutzen, um die Zeit danach in einer Stadt so erleben zu können, wie wir sie uns vorstellen.“


