Mehr Sport in Kita und Schule, Sport-Räume für alle, weniger Bürokratie

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Was der Landessportbund Berlin vor den Wahlen fordert.

Angesichts von Wartelisten in Sportvereinen, zunehmendem Bewegungsmangel und einem steigenden Sanierungsstau bei Sportstätten fordert der Landessportbund Berlin (LSB) von den Parteien vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus mehr messbare Anstrengungen für den Sport. In seinen acht Wahlprüfsteinen nennt der LSB dafür ein tägliches Sportangebot in der Schule, eine Erhöhung der Sanierungsmittel auf 50 Millionen Euro und eine Sportbaueinheit auf Senatsebene. „Immer mehr Menschen brauchen in einem wachsenden Berlin ein Sportangebot, gerade in einem Sportverein. Das stellt uns vor riesige Herausforderungen. Es ist wichtig, dass die Parteien auf die drängenden Fragen Antworten haben, um Wähler*innen eine Orientierung zu geben“, sagt LSB-Präsident Thomas Härtel.

In dieser Woche schickt der LSB daher Parteien seine Wahlprüfsteine. „Wir erwarten klare Aussagen zu Forderungen des Sports, die grundlegend sind für eine erfolgreiche Arbeit der Sportvereine und Sportverbände“, sagt Härtel,  „selbstverständlich zählt dazu auch die Frage, ob die jeweilige Partei sich dafür einsetzen wird, dass Berlin die Olympischen und Paralympischen Spiele bekommt. Die Bewerbung um die Spiele und die Durchführung der Spiele sind aus unserer Sicht eindeutig ein Katalysator für die Sportentwicklung.“

Für die Bewerbung hatte der Landessportbund das Motto ausgerufen: Gebt die Spiele den Kindern! Dementsprechend stehen sie auch bei politischen Forderungen im Fokus. Werden Schulschwimmzentren und Schwimm-Intensivkurse gefördert? Werden die Fähigkeiten von Kindern beim Fahrradfahren stärker unterstützt? Eine entscheidende Rolle kommt auch Bau und Sanierung von Sportstätten zu. Ein wichtiger Baustein dabei ist: Wird das Vereinsinvestitionsprogramm aufgestockt und vereinfacht, um Vereinseigentum an Sportflächen zu fördern. Eine weitere Forderung ist eine Bau- und Planungseinheit auf Senatsebene, weil einige Bezirke mit ihren knappen personellen Ressourcen selbst das wenige vorhandene Geld nicht verplanen können. „Der Sanierungsstau in Berlin allein für Sportstätten beträgt 1,2 Milliarden Euro. Davon betroffen sind alle Altersgruppen. Sportstätten sind immer auch ein Ort für Gesundheitsprävention. Leider gibt es bisher kaum Bemühungen aus der Gesundheitsverwaltung, Sport intensiv in die Prävention einzubinden“, erklärt Härtel.

Klare und belastbare Antworten erwartet der LSB außerdem zur Förderung des Ehrenamts in Berlin, zur Talentförderung und zur Inklusion. So fragt der LSB die Politik: Wird sich Ihre Partei für gleichberechtigte und niedrigschwellige Zugänge und den gezielten Ausbau von inklusiver Sportinfrastruktur auf der Grundlage des Kriterienkatalogs für inklusiv nutzbare Sportstätten einsetzen – mit mindestens zwei inklusiven Sportstätten pro Bezirk und dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark als Leuchtturm der Inklusion?

„Alleine die Vielzahl der Themengebiete, die durch die Wahlprüfsteine zum Ausdruck kommen, unterstreicht, wie stark der Sport in die Berliner Gesellschaft wirkt. Es sind ja nicht nur die Vereinsmitglieder, die Sport treiben und lieben. Wir sehen tagtäglich die Berliner*innen, die auch außerhalb des organisierten Sports bewegt, aktiv und fit unterwegs sind. Dass alle jederzeit Zugang zum Sport finden, ist eine klare politische Forderung und Aufgabe, der die Parteien gerecht werden müssen“, sagt Härtel.