Für LSB-Präsident Thomas Härtel ist klar, dass Berlin trotz des Wahlerfolgs der LINKEN, die sich eindeutig gegen eine Bewerbung ausgesprochen haben, Berlin weiter für sein Konzept Berlin# kämpfen wird.
Thomas Härtel: „Berlin liebt den Sport - das hat uns Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken, in einem Gespräch kürzlich gesagt. Wir haben da eine hohe Übereinstimmung erzielt, was die Sportförderung, Aktivitäten und Entwicklungen in Berlin betrifft. Was uns unterschieden hat, war die Auffassung zur Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele. Ähnlich geht es mit den Grünen in Berlin.
Zur Demokratie gehört es, sich mit unterschiedlichen Auffassungen auseinanderzusetzen. Das geht den Grünen in der Frage zu den Spielen ganz sicher auch so mit ihren Parteifreund*innen in Hamburg, München oder NRW, wo es ja Zustimmung für eine Bewerbung gab und gibt.
Der LSB Berlin hat sich vehement dafür eingesetzt, die Berliner*innen zur Stimmabgabe bei den Wahlen zu bewegen. Die hohe Wahlbeteiligung hat gezeigt, wie sehr die Menschen in unserer Stadt an Politik interessiert sind.
Der Landessportbund Berlin begrüßt, dass der Sport insgesamt durchaus beachtet wurde, etwa in den Wahlprogrammen der Parteien. Der Beschluss des Abgeordnetenhauses zur Volksinitiative des LSB hat auch nach dieser Wahl Bestand. Egal, welche Regierungskoalition zustande kommen wird, die Förderung des Sports wird beachtet werden müssen – und ist – auch von den Linken und Grünen klar formuliert worden.
Aber auch das Spiel um die Spiele wird erst am kommenden Samstag in Baden-Baden abgepfiffen werden. Bis dahin wird auf allen möglichen Ebenen für die Bewerbung unserer Stadt gekämpft werden.
Unsere Gesellschaft driftet auseinander. Und wenn wir uns allein die Sorgen und Nöte der Berliner*innen anschauen, bis hin zu Themen wie Antisemitismus und Extremismus: Da ist doch vor allem der Sport mit seinen verbindenden Elementen gefordert. Und im Sport spielen Olympische und Paralympische Spiele nun mal eine zentrale Rolle. Das Konzept BERLIN+ bezieht als einziges auch die ostdeutschen Länder mit ein, von Mecklenburg-Vorpommern über Brandenburg bis Sachsen. Man stelle sich vor, wir würden die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2040 nach Deutschland holen, 50 Jahre nach der Wiedervereinigung – und dann sollen die ostdeutschen Bundesländer vor allem auf der Tribüne sitzen? Diese Botschaft wollen wir auch in dieser Woche noch mal bei den anderen Mitbewerbern und auch den Mitgliedern des Deutschen Olympischen Sportbundes platzieren.
Die Frage muss auch sein, was der Sport für eine Gesellschaft erreichen kann, die gerade auseinanderdriftet. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass Berlin mit den ostdeutschen Ländern in der Hinsicht eine klare Botschaft senden kann.
Bezogen auf die „Nolympia“-Kampagne: Sie hat Schwierigkeiten, ihre 20 000 Unterschriften zu sammeln, die notwendig sind, um überhaupt einen Antrag auf ein Volksbegehren einzubringen. Für dieses Begehren braucht es dann weitere 175 000 Unterschriften. Selbst wenn diese zusammenkommen, müssten am Ende rund 620 000 Berliner*innen gegen die Spiele stimmen. Insofern braucht man davor auch keinerlei Ängste zu haben.“
