Sozial Nachhaltigkeit: Mehr als ein Sportfest
Wie der Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf das Familiensportfest im Kiez am 20. Juli 2025 nachhaltig organisiert
Schon jetzt ist zu spüren, wie aus vielen kleineren Ideen ein großes Ganzes wird und die Vorfreude wächst:
- Boxer des SSC Südwest 1947 planen einen Showkampf und eine Mitmachaktion – gemeinsam mit anderen Boxvereinen.
- Sieben Teams aus unseren Partnerstädten bestreiten ein Freundschaftsfußballturnier.
- Sportarten zum Ausprobieren sind Judo für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Rhythmische Sportgymnastik, Schottischer und Folkloretanz, Parcours, Turnen, Cheerleading, Radsport und Bogensport.
- Es wird auch ein Kletterberg, eine Hüpfburg, ein Schnellzeichner, ein Airtrack, Airbrush Tattoos u. v. m. geben.
Eintritt und alle Mitmachangebote sind kostenfrei.
Aber was ist wirklich wichtig? Worauf können wir verzichten? Und wie finden wir die richtige Balance zwischen persönlicher Freude und gesellschaftlicher Verantwortung? Während Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Fairtrade immer wichtiger werden, zeigt der Blick in Supermarktregale oft eine andere Realität: Nicht nur Süßes gibt es in großen, kleinen und noch kleineren Verpackungen und in vielen Varianten – meist in Plastik eingeschweißt. Die Industrie produziert ohne Pause – und wir konsumieren. Oft unreflektiert. Es scheint, als würde die Verantwortung auf die Schultern der Verbraucher*innen gelegt. Der Wandel darf nicht nur im Kleinen stattfinden – er muss strukturell und international umgesetzt werden. Die Balance zwischen Verantwortung und Lebensfreude zu finden, ist nicht immer einfach. Aber wir können sie vorleben. Deshalb bedeutet Nachhaltigkeit beim Familiensportfest für uns:
- Wir nutzen fair gehandelte Trikots und Bälle (gefördert vom LSB: www.lsb-berlin.de/themenwelten/nachhaltigkeit/fair-trade), recyclebares oder selbst mitgebrachtes Geschirr und sorgen für Mülltrennung.
- Wir empfehlen die Anreise mit Fahrrad oder ÖPNV.
- Öffentlichkeitsarbeit erfolgt mit wenig Papier – vor allem über die Websites der Vereine, des Bezirksamts und über Social Media.
- Alkohol, Rauchen und Cannabis ist gesetzlich geregelt und bei Jugendlichen bei uns tabu.
Ich werde mich – wie bei den letzten Familiensportfesten – wieder verkleiden, bin mal Clown, mal Waldfee. So komme ich schnell mit Menschen ins Gespräch. Ich begrüße Kinder mit Seifenblasen und Erwachsene mit Blumen und den Worten „Schön, dass Sie da sind!“ Viele Menschen sind so etwas nicht mehr gewohnt und strahlen über das ganze Gesicht. Es sind die kleinen Gesten, die viel bewirken. Wenn der Clown beim Tanzen oder Bogenschießen tollpatschig scheitert, trauen sich auch zögernde Gäste es mal auszuprobieren. Niemand wird perfekt geboren – und genau darum geht’s. Kinder sollen herausfinden, welche Sportart ihnen Spaß macht. Alle Gäste sollen einen schönen Tag haben.
Unser Familiensportfest hat in diesem Jahr das Motto „Frieden für die Welt“. Es soll für Respekt und Toleranz werben. Sich begegnen und Gedanken austauschen – das klappt gut an einem langen Tisch mit leckeren Speisen. Deshalb werden Bewohner*innen von Gemeinschaftsunterkünften landestypische Speisen mitbringen – sozusagen ein kulinarischer Beitrag für friedliches Miteinander und Vielfalt.
Am Ende ist das Familiensportfest mehr als ein Sportfest. Es soll ein Fest der Begegnung, des Lernens, des Lachens sein – damit unser Bezirk ein bisschen mehr zusammenwächst.
Autorin: Sabine Hinze, Geschäftsführerin des Bezirkssportbunds Steglitz-Zehlendorf
Dieser Artikel ist in unserem Magazin "Sport in Berlin" Ausgabe 2/2025 erschienen.
