Frau Ranjbare, warum haben Sie Lykka Maibaum damals vorgeschlagen?
Lykka ist bei uns schon mit zwölf Jahren als ehrenamtliche Co-Trainerin in die Jugendarbeit eingestiegen – damit verbringt sie inzwischen schon ein Drittel ihres Lebens mit Hansa 07. Das ist großartig und gehört gewürdigt. Deshalb haben wir sie vorgeschlagen.
Lykka war mit 19 Jahren eine sehr junge Preisträgerin. Warum war es Ihnen wichtig, eine junge Person zu nominieren?
Sie ist als junge Ehrenamtliche ein wichtiges Vorbild für unsere Jugendlichen und motiviert als Identifikationsfigur ganz sicher auch andere junge Menschen bei Hansa, sich in die Vereinsarbeit einzubringen und zum Beispiel Trainer*innen zu werden oder Feriencamps zu organisieren und durchzuführen. Wir schätzen grundsätzlich aber alle Ehrenamtlichen bei uns sehr – ganz unabhängig vom Alter.
Wer eignet sich aus Ihrer Sicht besonders für eine Nominierung?
Nominieren sollte man einfach alle, die ihre Freizeit im Ehrenamt verbringen. Um dieses Engagement zu erhalten, braucht es nachhaltige Strukturen, positive und wertschätzende Ansprache und frühe Ermutigung – vor allem von Jugendlichen. Dieses Engagement zu fördern ist sicherlich Arbeit, aber die lohnt sich unglaublich.
Was hat die Auszeichnung Ihrem Verein und Lykka rückblickend gebracht?
Das kommt uns natürlich auch weiterhin zugute. Lykkas Auszeichnung im vergangenen Jahr hat weitere Trainer*innen dazu motiviert, sich bei Hansa einzubringen. Die mediale Aufmerksamkeit regt bestenfalls andere Vereine zur Nachahmung an und es gab auch schon die ein oder andere Nachfrage zu unserer Arbeit im jungen Ehrenamt – besser geht’s eigentlich nicht. Was eine solche Auszeichnung leider nicht mit sich bringt: eine Verbesserung der Trainingsbedingungen oder der Aufenthaltsqualität für unsere Trainer*innen und Spieler*innen. Unser Sportplatz ist nach wie vor eine Betonplatte mit kaputtem Kunstrasenteppich und den 1700 Mitgliedern steht ein Schulkeller mit drei kleinen Räumen und zwei Toiletten zur Verfügung. Das wird dem enormen Engangement für den Sport nicht gerecht.
Weshalb sind solche Ehrungen für Ehrenamtliche so wichtig?
Weil sie Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken. Ehrenamtliche investieren unglaublich viel Freizeit und Energie in ihre Vereine – das sollte sichtbar gemacht werden.
Warum sollten Vereine die Chance nutzen und ihre Engagierten vorschlagen?
Sportvereine sollten unbedingt – vor allem auch jüngere – Ehrenamtliche nominieren. Nicht nur als Zeichen der Wertschätzung, sondern auch, um bestenfalls vom Dominoeffekt zu profitieren. Wenn Menschen merken, dass Engagement gesehen und gewürdigt wird, motiviert das oft auch andere.
Würden Sie selbst wieder jemanden nominieren?
Wir werden das im kommenden Jahr sicherlich wieder probieren und freuen uns momentan immer noch über Lykkas Auszeichnung beim letzten Mal.
Hier geht es zur Online-Bewerbung.
Bildunterschrift: Yasmin Ranjbare (2.v.r), Lykka Maibaum (2.v.l.) mit Hansa-Mitgliedern
Interview: Franziska Staupendahl
