Das Kinderschutzsiegel richtet sich an Berliner Sportverbände und -vereine und ist ein Zertifikat zum Kinderschutz im Sport. Das Siegel trägt dazu bei, eine sichere Umgebung für Kinder und Jugendliche in Sportvereinen zu schaffen und kann gleichzeitig als Orientierung für Eltern, Kinder und Jugendliche dienen.

Inhalt des Kinderschutzsiegels sind sechs Kriterien, die der Sportverband/verein erfüllen muss:

  • Kinderschutzbeauftragte müssen benannt werden
  • Prävention jeglicher Gewalt muss in der Satzung verankert werden
  • Die Kinderschutzerklärung und der Ehrenkodex müssen unterzeichnet werden
  • Regelmäßige Schulungen und Fortbildungen zum Thema Kinderschutz und Prävention
  • Regelmäßige Überprüfung der Führungszeugnisse
  • Die Eckpunkte für ein Schutzkonzept vom LSB sind bekannt und werden umgesetzt

Wenn diese sechs Kriterien erfüllt sind, kann das Kinderschutzsiegel beim Landessportbund Berlin beantragt werden. Es ist fünf Jahre gültig. Danach muss das Siegel erneut beantragt werden.

Bennenung Kinderschutzbeauftragte:

  • Der Verband/Verein benennt mindestens eine*n Kinderschutzbeauftragte*n und gibt ihre/seine Kontaktdaten an. Die*der Kinderschutzbeauftragte hat den Workshop für Kinderschutzbeauftragte absolviert (Workshop der Bildungsstätte/Sportschule des LSB Berlin, 1 ½ Tage lang)

 

Verankerung des Themas in der Satzung:

  • Die Prävention von jeglicher seelischer, verbaler, körperlicher und sexualisierter Gewalt ist in der Satzung des Verbands/Vereins verankert. Ein Auszug der Satzung muss dem Antrag beigefügt werden.
  • Nutzen Sie gern den entsprechenden Absatz aus der Mustersatzung des LSB Berlin

 

Die Kinderschutzerklärung:

  • Der Vorstand des Verbands/Vereins unterschreibt die Kinderschutzerklärung und reicht diese beim Landessportbund Berlin unter Kinderschutzsiegel@lsb-berlin.de ein.

 

Regelmäßige Schulungen von Personen, die Kinder & Jugendliche betreuen:

  • Es werden zweijährig im Umfang von mindestens drei Stunden nachweisbar verbindliche Schulungen und Fortbildungen von alle ehren-, neben- und hauptamtlichen Personen absolviert, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Diese befassen sich thematisch mit dem Kinderschutz und der Prävention jeglicher (insbesondere sexualisierter) Gewalt im Sport.

 

Einsichtnahme in das erweiterte Fürhungszeugnis:

  • Es erfolgt die regelmäßige (spätestens alle fünf Jahre) Überprüfung der erweiterten Führungszeugnisse für alle ehren-, neben- und hauptamtlichen Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Überprüfung obliegt dem Verband/Verein.

 

Der Ehrenkodex:

  • Er lässt den (ggf. eigenen) Ehrenkodex von allen ehren-, neben- und hauptamtlichen Personen unterschreiben, die Kinder/Jugendliche im Verband/Verein betreuen. Die unterschriebenen Ehrenkodices verbleiben im Verband/Verein.
  • Der Ehrenkodex wurde mit den Kinderschutzbeauftragten besprochen und muss exemplarisch dem Antragsformular beigefügt werden.

 

Eckpunkte von Schutzkonzepten:

  • Die weiteren vom Landessportbund Berlin vorgegebenen Eckpunkte für ein Schutzkonzept sind bekannt und werden umgesetzt. Diese beinhalten u. a. Leitlinien zur Prävention und Intervention.

Das Kinderschutzsiegel wird beim LSB Berlin mit dem standardisierten Antragsformular beantragt. Alle notwendigen Dokumente können vorzugsweise per E-Mail an: kinderschutzsiegel@lsb-berlin.de oder postalisch an den LSB Berlin geschickt werden.

Folgende Dokumente sind mit einzureichen:

  • das ausgefüllte, unterschriebene und gestempelte Antragsformular
  • Auszug aus der Satzung, in der die Prävention jeglicher Gewalt festgeschrieben ist.
  • Nachweis (Inhalt, Umfang und Datum) über die Teilnahme der*s benannten Kinderschutzbeauftragten an dem Workshop für Kinderschutzbeauftragte (1 ½ Tage lang, in Bildungsstätte/sportschule des LSB Berlin)
  • Die vom Vorstand unterschriebene und gestempelte Kinderschutzerklärung
  • Ein Beispielexemplar des im Verein verwendeten Ehrenkodexes

Nachdem der Antrag beim LSB Berlin gestellt wurde, werden die einzelnen Kriterien geprüft.

Das Prüfverfahren dauert in der Regel etwa drei Monate. Bitte achten Sie beim Verschicken darauf, dass alle notwendigen Dokumente eingereicht werden und das Antragsformular vollständig ausgefüllt ist.

Die folgenden Punkte werden vom LSB Berlin geprüft:

  • Kontaktdaten der Kinderschutzbeauftragten. Nachweis über Teilnahme  des*der Kinderschutzbeauftragten am Workshop für Kinderschutzbeauftragte (1 ½ Tage lang, Bildungsstätte/Sportschule LSB Berlin)
  • Auszug aus der Satzung mit dem Textabschnitt, dass der Verein jegliche Form von Gewalt verurteilt und sich für die Prävention von Gewalt ausspricht
  • Die unterschriebene Kinderschutzerklärung des Vorstands wird auf Vollständigkeit überprüft.
  • Falls der Verband/Verein einen eigenen Ehrenkodex verwendet, wird dieser ebenfalls inhaltlich überprüft
  • Datum der letzten Vereinsschulung zum Kinderschutz aller Personen, die Kinder & Jugendliche betreuen, wie lange diese zurück liegt und wann die nächste besucht werden soll
  • Datum der letzten Fortbildung für die Kinderschutzbeauftragten, wie lange diese zurück liegt, welchen Umfang diese Schulung hatte (Uhrzeit, Dauer) und wann die nächste besucht werden sollte

Nachdem alle Angaben und Kriterien überprüft wurden, wird der Verband/Verein benachrichtigt.

Nach Erhalten des Siegels werden dem Verband/Verein verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt, mit denen zum Beispiel auf der Internetseite geworben werden kann. Außerdem erhält jeder Verband/Verein ein Zertifikat, mit dem das Siegel offiziell ausgestellt wird.

Das Kinderschutzsiegel ist nach Ausstellen fünf Jahre gültig und muss dann erneut beantragt werden. Zusätzlich müssen alle zwei Jahre die Vereinsschulungen besucht werden. Die Inhalte richten sich nach den aktuellen Gegebenheiten, daher ist die Auffrischung der Seminare unerlässlich.

Das erneute Unterzeichnen der Dokumente (Ehrenkodex, Kinderschutzerklärung) ist dann nötig, wenn diese überarbeitet werden, um den aktuellen Anforderungen zu genügen.

Das Kinderschutzsiegel ist kostenlos erhältlich. Die Vereinsschulung und die Workshops für Kinderschutzbeauftragte sind kostenpflichtig.